5. Station:  „Engelspuren“

Engel versinnbildlichen den Wunsch, Gott möge doch in unserer Welt erfahrbar sein. Sie sind die leibhaftig gewordene Sehnsucht, dass Gott in unser Leben einbrechen möge an den Bruchstellen unserer Biographie, aber auch in die Banalität des  Alltags.

Engel geben der Hoffnung Ausdruck, dass in den Momenten unseres Lebens, in denen wir loslassen müssen, unsere Hände dennoch nicht leer bleiben. Drei Engelstationen führen die Besucher im Folgenden an diesen Gedanken heran.

 

 

„Der Engel, der das Schreien hört“

„Drei sind einer zuviel!“ sagt der Volksmund.

Diese Erfahrung musste in der alttestamentlichen Erzählung auch Hagar machen. Gut genug, ihrer kinderlosen Herrin Sara zu einem „Ersatzsohn“ zu verhelfen, wurde sie in die Wüste geschickt, als Sara selbst schwanger war und einen Sohn bekam.

Die Wüste wurde für Hagar mehr als nur ein Ort, an dem sie nun leben musste. Die Wüste war Sinnbild ihrer Verlassenheit, ihrer Einsamkeit nach einer unheilvollen Dreiecksgeschichte. Ganz allein ist sie mit ihrem Sohn Ismael.

Eines Tages legt sie ihren Sohn weit weg, um sein Schreien nicht mehr zu hören und ist selbst bereit, in der Wüste ihres Lebens zu sterben.

Da hört sie die Stimme eines Engels der sie fragt: „Was hast du Hagar? Ist nicht der Name deines Sohnes ‚Ismael’, das heißt ‚Gott hört’?“

Gott hört das Schreien des Kindes. Gott verlässt die Frau nicht, die verlassen wurde.

Hagar entdeckt einen Brunnen in der Wüste. Sie geht und schöpft für sich und ihren Sohn Wasser:  Hagar und Ismael lernen in der Wüste zu leben.

Diese Station ist als Wüstenlandschaft gestaltet. Zwischen Dornen und Steinen fließt Wasser.

Auch wir wünschen uns, dass „Engel“ unser Leben begleiten und uns das zusagen, was wir zum Leben brauchen.  So steht neben der Wüstenlandschaft ein Korb, aus dem die Besucher  solche „Zusagen“ („Engelkarten“) ziehen können.

Auf einem Begleitplakat ist die biblische Erzählung der Hagar zu lesen.

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