8. Station: „Im Herzen bewahren“

 

  
Was bleibt, wenn man die Krippe verlassen hat, wenn der Alltag wieder kommt? Was bleibt im eigenen Leben?

Ein Blick zurück:

Das Weihnachtsgeschehen ist eingebunden in die Verheißungsgeschichte des Alten Testamentes. Dies wird im Stammbaum Jesu, den Matthäus seinem Evangelium voranstellt, deutlich. In diesem Stammbaum fallen besonders vier ungewöhnliche Frauen auf: Thamar,  Rahab, Ruth, Batseba.

Diese vier sind nicht gerade die ehrwürdigen Patriarchenfrauen, die in Israel heute noch verehrt werden. Es sind vier Frauen, die in kein Muster passen. Ihre zum teil gewagten Lebensgeschichten erzählen von dem Ringen um einen eigenen Platz in der damaligen Gesellschaft, vom Kampf um eine würdige Identität. Und sie lassen etwas ahnen von dem Mut, dem Unbekannten zu vertrauen.

Auf vier Begleitplakaten werden die Lebensgeschichten dieser ungewöhnlichen Frauen erzählt, ausgestellte Utensilien symbolisieren wichtige Stationen ihrer Wege.

 

Maria reiht sich als fünfte Frau einerseits in diesen Stammbaum mit den außerordentlichen Frauen ein, andererseits wird mit ihr als „Jungfrau“ aber auch eine Zäsur gesetzt und ein Neuanfang signalisiert.

Die Rede von der Geburt eines Kindes durch eine Jungfrau stellte für die Antike ein kleineres Problem dar als für uns heute. Bei bedeutenden Männern sprach man z.B. in Ägypten bereits seit dem zweiten Jahrtausend vor Christus von „göttlicher Zeugung“ und der Geburt durch eine „Jungfrau“, um ihre Einzigartigkeit herauszustellen.

Die Evangelisten griffen bei der Schilderung der Geburt Jesu auf diese damals gängige Rede zurück, nicht um eine historisch-biografische oder gar biologische Begebenheit zu schildern, sondern um eine theologische Aussage zu machen und damit die Besonderheit dieses Kindes herauszustellen.

Die Rede von der Jungfrauengeburt kann auch als Bild für den absoluten Neuanfang verstanden werden. Mit Maria als „Jungfrau“ wird das Signal für den Beginn einer ganz neuen Geschichte gesetzt.

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